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Gedanken zum Nord- Süddialog

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  • Gedanken zum Nord- Süddialog

    [attachment=528]

    Hätte es 1975 schon "Social Media" gegeben, würde die Frage, wo mache ich Urlaub, nicht Nord oder Süd, sondern Puerto oder Bajamar lauten. Als wir 1962 nach Teneriffa zogen, herrschte in Puerto de La Cruz Goldgräberstimmung. Ein Hotel nach dem anderen entstand, Fincas wurden zu Bauland und es wurde immer dichter und höher gebaut.

    Das "Oro Negro" war der Sündenfall, der in dem unsäglichen "Bel Air" endete. Es gab Diskotheken, Nachtbars, Striptease, Glücksspiel, Prostitution, also alles was zur Bespaßung des aufkommenden Massentourismus dazugehörte. Zum Baden gab es den Lido San Telmo, oder den Pool des Hotels. Puerto war die Geldmaschine und der Sumpf, in dem die untergingen, die sich verzockt hatten.

    Die etablierten Häuser wie zuerst das Martianez und später das Taoro wurden geschlossen oder verkamen, während um sie herum eine Bausünde nach der anderen entstand, vorzugsweise im zeittypischen "Brutalismus". Auch die weitere Küste wurde nicht verschont, Richtung Los Rodeos entstanden z .B. Romántica I und II und das Maritim. In Tacoronte wurde die "Mesa del Mar" gebaut und in Bajamar das Neptuno.

    Die großen Reiseveranstalter wie Neckermann, LTU und wie sie alle hießen, hatten Anfang der 70er fast ausschließlich Puerto de La Cruz und Bajamar im Angebot. Puerto für die, die Party machen wollten und Bajamar für die eher ruhigere Klientel. Der Individualtourismus war eher selten, da er auf Linienflüge angewiesen war. Ich habe damals das billigste Pauschalangebot gebucht, um nach Teneriffa zu kommen und das dazugehörige Hotelzimmer nie benutzt.

    Es war klar, dass es im Norden über kurz oder lang keine weitere Expansion geben würde. Die Fincas wurden unter Bestandsschutz gestellt und durften nicht mehr in Bauland umgewidmet werden. Das dies weiter geschah und geschieht, steht auf einem anderen Blatt. Der Flughafen kam an seine Kapazitätsgrenze und dass zu dem ewigen Frühling der Kanaren auch Aprilwetter gehört, wird im Norden besonders deutlich.

    Platz und gutes Wetter gab es im wenig erschlossenen Süden der Insel reichlich und es war nur folgerichtig, diesen zu erschließen. Erste Hotels entstanden in El Medano, Los Cristianos und Playa de las Américas. Da es bei El Medano schon eine Flugpiste gab, wurde dort der Flughafen geplant und gebaut. Eine Autobahn von Santa Cruz kommend, endete vor dem Tunnel von Güimar, der im Bau war.

    Das war die Situation im Jahr 1977 und es hätte sich wohl lange nichts geändert, wäre es nicht im März zu der Flugzeugkatastrophe in Los Rodeos gekommen.

    Danach ging alles ganz schnell. Mit Hochdruck wurden der Tunnel, die Bedingung für die Erschließung des Südens und die Autobahn bis Las Amerikas fertiggestellt und der Flughafen betriebsfertig gemacht. Schon bald fand man Playa de las Américas und Los Cristianos in den Hochglanzbroschüren der großen Reiseveranstalter, Bajamar suchte man dort vergeblich.

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  • #2
    Ich finde das einen super tollen Beitrag.

    Meine Ansicht dazu ist, dass es gut ist, dass Orte wie Bajamar, Igueste de San Andres, El Pris, Buenavista del Norte ... bei keinem der großen Reiseveranstalter erwähnt werden. So hat der Norden die Möglichkeit, sich seine Ursprünglichkeit zu bewahren. Dies bietet vor allem viel Platz für Individual-Touristen, denen es wichtig ist, auch die Kultur und die Lebensweise der Menschen hier, die einheimische Küche ... usw. kennenzulernen und die ihre Urlaubstage auch mal außerhalb des All-Inclusive-Hotels verbringen möchten.

    Schade ist es halt nur um die Hotels, die damals hochgezogen wurden und die jetzt ungenutzt verfallen.

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    • #3
      Das müssen echt andere Zeiten gewesen sein. Zeiten, in denen es auch noch das Columbus gab, von dem ich so viel gehört habe. Gesehen habe ich es tatsächlich erst, als es kurz vor dem Abriss stand (bin wohl doch noch zu jung  :bigsmile: ). Das Oro Negro und das Bel Air sind wirklich keine schönen Beispiele der damaligen Zeit, aber leider nicht mehr zu ändern. Gerade im Bel Air sind auf jeden Fall wunderschöne Appartments.

      Neben Bajamar und Puerto gab es ja auch noch Ten Bel (heute mit sehr viel Gruselatmosphäre).

      Puerto wird so schnell nicht mehr eine solche Bedeutung, wie in den 70er Jahren haben. Es wird besser, das sehe ich in der letzten Zeit. Auch die Aussage, dass nur Rentner in Puerto herumlaufen, kann ich nicht mehr unterschreiben. Es findet ein Wechsel statt, ich hoffe, dass dieser anhält und Puerto zu einer Alternative macht, für Menschen, denen der Süden einfach zu hässlich ist.

      Die Zeit wird es zeigen :)
      -----

      LG Alex

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      • #4
        Der Norden der Insel ist von Dezember bis April nicht sonnensicher , so das beim Tourismus oftmals nur ueber den Preis Gaeste zu gewinnen sind. Aus der Zeit, als ich noch mit schmalem Budget Urlaube buchte war beim Ziel Canaren Puerto de la Cruz oder Gran Canaria das Billigste. Danach folgten die anderen Inseln und im Hochpreissegment war Teneriffas Sueden vertreten. Somit fiel mein Wahl aus Kostengruenden je nach aktuellem Sonderangebot auf Gran Canaria oder eben auch auf Puerto de la Cruz. Als ich mein Leben vor etwa 7 Jahren umorganisiert hatte, so dass ich eine stets zunehmende Zeit ausserhalb der BRD verbringen konnte wollte ich auch zunaechst nach Puerto de la Cruz ziehen. Nach einer Woche Wohnungssuche habe ich dann abends auf dem Plaza Charco gesessen und mir ueberlegt, ob ich monatelang dort regelmaessig abends sitzen moechte und meine Antwort war ein klares Nein. Zu langweilig fuer einen Langzeitaufenthalt , zu kalt , zu nass. Meine Wahl fiel dann zunaechst auf El Medano, wo mein Lebenstraum vom taeglichen Windsurfen aus gesundheitlichen Gruenden nach und nach zerbrach..... Inzwischen wird es mir im Sueden nach mehreren Ortswechseln und regelmaessigen Urlauben auf anderen Inseln auch langweilig. Mal sehen wohin mich meine letzten selbstbestimmten Lebensjahre noch bringen...bevor auch ich wie die Mehrzahl der Ueberwinterer und Auswanderer zum Sterben in die Heimat ziehe...
        Der mit Abstand gefährlichste Glaube, der weltweit die meisten Opfer fordert und das grösste Elend verursacht ist der Glaube an einen Staat....

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        • #5
          Das tolle an TF ist doch eigentlich, dass man zu manchen Jahreszeiten sich das Wetter durch eine Autofahrt mehr oder minder aussuchen kann. Erinnere mich noch an Ostern vor ein paar Jahren, wo wir in Candelaria so ca. 26 Grad hatten und dann nach einer dreiviertel Stunde Fahrt oben auf der Höhenstraße La Esperanza - Teide irgendwo noch knapp über dem Gefrierpunkt waren.

          Der Süden, wenn man ein wenig oberhalb der Küste wohnt, ist übrigens nicht ganz so langweilig in Sachen Wetter. Öfter mal bewölkt und im Winter auch mal nur knapp  zweistellig, oder etwas höher als 500 m sogar einstellige Temperaturen.
          Warum hassen Sozialisten die Fitness-Studios? Weil sich harte Arbeit auszahlt und sich Erfolge nicht umverteilen lassen....

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          • #6
            Süden ist keineswegs = Sonne 24/7.
            Wir sitzen hier unter einer dicken Wolkenschicht, Temperatur bei angenehmen 22 Grad.
            Im Winter hatten wir mal als Rekord 9 Grad hier auf 500m ü. NN.
            Man merkt selbst einen großen Unterschied zwischen Los Cristianos und bei uns oben, nur ein paar Minuten Autofahrt entfernt, während dort im Sommer die Hitzeglocke steht, ist es hier meist immer noch sehr angenehm.
            Wenn ich alt bin, ziehe ich aufs Dorf und werde als der verrückte Opa bekannt, der in seinem Garten eine eigene Achterbahn errichtet hat, um die alle Kinder ihn beneiden, doch er lässt nur sein Hausschwein Rüdiger damit fahren

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            • #7
              Zitat von "aboralex" pid='5258' dateline='1496210093'
              Das müssen echt andere Zeiten gewesen sein. Zeiten, in denen es auch noch das Columbus gab, von dem ich so viel gehört habe.

              EL CINTRA PIRATA EN EL RECUERDO


              Ich kenne das Columbus noch als „Cintra Pirata“. 1966 bin ich dort ein- oder zweimal gewesen. Gebaut wurde es als 1963 als „el Pavillon“ mit einer auf dreissig Jahre befristeten Genehmigung. Die Meuls haben es 1971 übernommen und machten daraus das bekannte Columbus. Nach Ablauf der Lizenz 1993 wurde der Pavillon 1996 abgerissen.

              Etwas ausführlicher ist es hier beschrieben: Martiánez recuperará la vista al mar con la nostalgia del Columbus

              Da steht noch einiges mehr, das ich so nicht mehr auf dem Schirm hatte.

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              • #8
                Zitat von "Emsfee" pid='5292' dateline='1496266569'
                Ich mag den Norden wegen der gut erreichbaren Wandergebiete.
                Und jeden Tag Sonne von morgens bis abends muss ich auch nicht haben.
                Insofern überwintere ich erst mal weiterhin in Puerto.
                Das zeigt mir...Du kennst den Süden nicht.
                Je größer der Dachschaden, um so besser der Blick auf die Sterne.
                Oben wach, unten dicht, mehr will ich nicht.

                Das Schöne an Intelligenz: Jeder denkt, er besitzt genug davon.

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                • #9
                  Ob Nord oder Süd ist sicher eine Glaubensfrage. Uns gefällt es im Norden prächtig und da zieht es uns auch immer wieder hin.
                  Wir freuen uns schon rießig auf Januar 2018 wo wir knapp 12 Wochen in El Toscal sein werden und wenn es wirklich mal mehrere Tage hintereinander dort kühl wird setzen wir uns in den Mietwagen und fahren gen Süden. Aber die ganze Zeit dort - nee muß wirklich nicht sein. :doh: :doh:  Emsfee, wir sehen uns da sicher wieder beim Treff im Dinamico! :nod:
                  Bernhardiner ist das letzte, was ich sein möchte.
                  Dauernd die Flasche um den Hals, und niemals trinken dürfen.

                  Joachim Ringelnatz

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                  • #10
                    Geht Nord-Süd jetzt mit dem flibco-Bus nicht schneller? Ich werde mal mit denen reden, wenn ich demnächst in D bin...

                    Je zahlreicher Du erscheinst, desto billiger. Klasse.

                    Fürchte, es ist billiger von TFS nach Frankfurt-Hähnchen zu fliegen als Nord-Süd und zurück, wenn man allein erscheint.
                    Warum hassen Sozialisten die Fitness-Studios? Weil sich harte Arbeit auszahlt und sich Erfolge nicht umverteilen lassen....

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                    • #11
                      Zitat von "Emsfee" pid='5338' dateline='1496351920'
                      Ich mag mehr die grüne üppige Natur im Norden, besonders das Anaga und die Isla Baja, auch wenn es da im Schnitt kühler ist als im Süden... und wenn es zu viel regnet, mache ich wieder Küstenwanderungen im Süden... oder ich mach es mir gemütlich... bei drei bis vier Monaten Winteraufenthalt muss ich nicht jeden Tag unterwegs sein, und ich bin auch keine Wasserratten mehr und meide zu viel Sonne.
                      Geht mir ähnlich.

                      Wir haben einmal 5 Wochen in Alcala Urlaub gemacht, mit dem Ergebnis, dass wir in jenem Jahr extrem viel Zeit im Auto verbracht haben, weil es doch im Anagagebirge am schönsten ist.  :)

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                      • #12
                        Zitat von "SanLorenzo5" pid='5343' dateline='1496353827'
                        Fürchte, es ist billiger von TFS nach Frankfurt-Hähnchen zu fliegen als Nord-Süd und zurück, wenn man allein erscheint.
                        Von TFS nach HHN für 19,20 €, das möchte ich sehen. :cool:

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                        • #13
                          TF-Nord nach TF-Süd (hin und zurück) kostet 19,20 €?
                          Warum hassen Sozialisten die Fitness-Studios? Weil sich harte Arbeit auszahlt und sich Erfolge nicht umverteilen lassen....

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                          • #14
                            Zitat von "SanLorenzo5" pid='5367' dateline='1496390010'
                            TF-Nord nach TF-Süd (hin und zurück) kostet 19,20 €?
                            Mit der Buslinie 343 von Puerto de La Cruz nach Costa Adeje mit der Bono via 9,60€ für eine Fahrt.

                            [attachment=559]
                            Oder hatte ich dich missverstanden?
                            [hr]
                            Der Preis von TFN nach TFS ist günstiger, es sind 7,15€ pro Fahrt mit Bono-Via.
                            [attachment=560]
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                            • #15
                              Nicht schlecht...danke. Hast Du zufällig auch noch die Fahrzeit greifbar vonLa Laguna nach Adeje? (meine Faulheitsattacke....)

                              Von Hahn nach Rhein-Main zahlt man mit denen 14 €, find ich auch ok. Und die 34 € von TFS nach Hahn mit Ryanair sowieso. Letztlich kostet TF nach Frankfurt Rhein Main also knapp 50 €, und ab September per Direktflug das Gleiche.

                              Aber hier ging es ja eigentlich um TFS-TFN. Ich würde mir wünschen, dass irgendein zuverlässiger Busunternehmer hier noch weitere Verbindungen realisieren darf, um TITSA etwas Dampf zu machen. Etwa Los Cristianos-AdejeCasco und Schule. Die Fahrt heute  ist eher was für Touris, die zuviel Zeit haben, aber nix für Schüler und Studenten. Das würde auch zur Entschlackung des Straßenverkehrs beitragen.
                              Warum hassen Sozialisten die Fitness-Studios? Weil sich harte Arbeit auszahlt und sich Erfolge nicht umverteilen lassen....

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