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Großdemonstration in Madrid

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  • Großdemonstration in Madrid

    Am Samstag wurde die Unzufriedenheit deutlich. Aus dem ganzen Land waren Demonstranten mit 200 Bussen zum »Marsch der Würde« unter der Losung »Brot, Arbeit, Wohnung und Gleichheit« nach Madrid gekommen, um gegen die Politik der konservativen spanischen Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy zu protestieren. Der Marsch sollte an die großen Massenaktionen in der jüngeren Vergangenheit des iberischen Landes anknüpfen.

    Demo für menschenwürdige Arbeitsbedingungen
    Wenn die Jugend die Hoffung verliert, dann hat die Gesellschaft keine Zukunft mehr

  • #2
    Ich habe nicht den Einblick, um mich zu spanischen Arbeitsbedingungen im allgemeinen zu äußern. Was ich aber immer wieder sehe, sind unfaire Geschäftsgebaren hier auf TF in der - aktuell boomenden - Hotelindustrie. Dazu gehören u.a.

    - Beschäftigung höherwertig Arbeitender zu Konditionen minderwertiger Verträge (Klassiker: voll verantwortliche Rezeptionisten erhalten Verträge für Hilfsrezeptionisten u.ä.)
    - tatsächliche Arbeitszeiten deutlich über dem vertraglich vereinbarten
    - unvergütete Mehrarbeit
    - Zeitverträge, die Menschen jegliche Planbarkeit ihres Lebens nehmen


    Und ich bin und bleibe der Meinung, dass zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit weiterhin die Korruption bekämpft werden muss.

    Andererseits kann man auch beobachten, dass Produktivität nicht gerade auf den Kanaren erfunden wurde. Mag an Klima und Mentalität liegen, aber halt auch an der Vetternwirtschaft und mangelnder Lernbereitschaft, tendenziell eher bei männlichen als weiblichen Arbeitskräften. Das sind Erfahrungen und Beobachtungen, nicht etwa Vorurteile. Marktabschottung als Mittel gegen Konkurrenz wird auf Dauer nicht funktionieren.

    Tja, eigentlich könnte man voneinander Lernen. Aber inzwischen hab ich daran gewisse Zweifel.

    Und wenn Rajoy für die Senkung der Abfindungen kritisiert wird, sollte man auch daran denken, dass hohe Abfindungen ein Grund für die vielen Zeitverträge sind.

    Wäre ich Hotelier, würde ich es mal mit dem Thema Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter versuchen.

    Wertschätzung für (engagiertes!!!) Personal, in der einen oder anderen Form.
    Warum hassen Sozialisten die Fitness-Studios? Weil sich harte Arbeit auszahlt und sich Erfolge nicht umverteilen lassen....

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    • #3
      Mich amuesiert die Forderung nach Arbeit. Die Arbeit als Lebensziel ist erst von den Protestanten erfunden worden. Weltweit ist die Oberschicht in der Regel arbeitslos und beklagt sich nicht. Die Unterschicht ist ebenso arbeitslos und beklagt sich. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen ist lediglich das Einkommen.
      Es ist demnach intelligenter statt Arbeit ein Einkommen zu fordern.....
      Zu den Kanaren: Auf den Kanaren wie auch in anderen suedlichen Laendern hat es in der Vergangenheit genuegt wenn im Familienverbund nur sehr wenige einer Arbeit nachgegangen sind. Der Rest der Familie hat ein Leben auf der Finca gefuehrt mit ein bisschen Eigenanbau, ein bisschen Tauschen mit Nachbarn und es hat fuer alle gereicht. Das ganze nahezu steuerfrei, da ja kaum Geld im Spiel war.
      Gedreht hat sich die Situation erst, seit sich die juengeren dem Konsum hingegeben und mit den Touristen mithalten wollen.... Hier kommen dann Geld und Geldmangel sowie wachsende STeuern zur Finanzierung der politischen Eliten ins Spiel....
      Ein paar Schritte und Jahrzehnte zurueck besinnen liefert hier bereits die Problem Loesungen.....
      Der mit Abstand gefährlichste Glaube, der weltweit die meisten Opfer fordert und das grösste Elend verursacht ist der Glaube an einen Staat....

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      • #4
        Zitat von "heinz1965" pid='5188' dateline='1496085739'

        Es ist demnach intelligenter statt Arbeit ein Einkommen zu fordern.....
        Selbst beim sogenannten "Bedingungslosen Grundeinkommen" fehlt die wesentlichste aller Komponenten - der soziale Status in der Gesellschaft. Wer in Arbeit steht gehört dazu. Wie Harz4ler von der Gesellschaft behandelt werden braucht hier nicht näher erläutert werden.
        Fazit: Die Lösung kann man somit eher bei einer leistungsgerecht bezahlten Arbeitsstelle finden.
        Wenn die Jugend die Hoffung verliert, dann hat die Gesellschaft keine Zukunft mehr

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        • #5
          Zitat von "heinz1965" pid='5188' dateline='1496085739'
          Gedreht hat sich die Situation erst, seit sich die juengeren dem Konsum hingegeben und mit den Touristen mithalten  wollen....
          Richtig. Dazu kommt, dass viele ihre vormals landwirtschaftlich genutzten Ländereien verkauft haben, was dann so für 1-2 Generationen genügend Bares bescherte, was aber so langsam aber sicher zur Neige geht. Man kann oft beobachten, dass die nicht selten verschuldete Folgegeneration wieder bei den Altvorderen einzieht und dass nach dem Ableben der finanziell noch etwas besser Ausgestatteten enorme Erbstreitigkeiten einsetzen, die eine wesentliche Lebensgrundlage für Anwälte darstellen.

          Auch die spanischen Banken bildeten während des Baubooms keine Ausnahme und haben ihre Kunden teilweise massiv über den Tisch gezogen, ein besonders übles Beispiel war und ist die unfaire und inzwischen in Teilen als ungesetzlich erklärte "clausula suelo", die trotz variabel vereinbarter Zinsen dafür sorgt, dass die Kundennicht in den Genuss wirklich niedriger Zinsen kommen. Niedrigzins ist nur bei Geldanlagen in den depositos garantiert, zwar teilweise um den Faktor 10 höher als bei deutschen Banken, aber absolut gesehen ein Witz, z. B. 0,1-0,3 % bei einer spanischen und 0,01-0,03 % bei einer deutschen Bank.

          Die Bekämpfung der privaten  Ferienvermietung durch die Hotellobby ist immer noch nicht vom Tisch und entzieht kanarischen Familien weitere Verdienstmöglichkeiten.

          Unterm Strich bleiben für den Normalo hier keine großen Aussichten, mit seiner Arbeit - auch wenn beide Partner einer Beziehung arbeiten - eine Familie ernähren und das Leben genießen zu können.

          Da braucht es einen nicht zu verwundern, wenn es in Metropolen jetzt zu Großdemonstrationen kommt, es wundert mich eher, dass es hier auf den Kanaren (noch) einigermaßen ruhig zugeht. Aber eigentlich ist das auch erklärbar, wenn man die Canarios ein bisserl besser kennenlernt.
          Warum hassen Sozialisten die Fitness-Studios? Weil sich harte Arbeit auszahlt und sich Erfolge nicht umverteilen lassen....

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