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Fluch und Segen: Spanien und die Folgen des Massentourismus

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  • Fluch und Segen: Spanien und die Folgen des Massentourismus

    In vielen Regionen Spaniens haben die Einheimischen den Massentourismus satt. An etlichen Mietwagen auf Mallorca etwa kleben Sticker mit dem Satz "Tourismus killt Mallorca" oder "Dieses Auto ist zu viel". Auch in der Metropole Barcelona formieren sich Bürgerbewegungen gegen Touristen.

    Touristen sind für Spanien Fluch und Segen zugleich. Sie spülen einerseits Geld in die Kassen, sorgen andererseits aber auch dafür, dass das Leben in den Touristenregionen für die Bevölkerung unbezahlbar wird.

    In letzter Zeit mehren sich Protestaktionen einheimischer Gruppierungen und auch die Politik scheint dem Massentourismus nun Stück für Stück einen Riegel vorzuschieben.

    Dass sich die Einheimischen gegen die Touristen auflehnen, verwundert Dr. Jürgen Kagelmann, Tourismusexperte aus München, nicht: "In vielen Regionen ist ein Punkt erreicht, an dem es zu viele Touristen sind. Die Masse an Urlaubern ist nicht mehr tragbar. Das sorgt für Unmut." Airbnb macht Wohnraum unbezahlbar

    Quelle:

    https://www.gmx.net/magazine/reise/f...ismus-32476174





  • #2
    Das ist sicher verständlich insbesondere das Argument mit dem unbezahlbaren Wohnraum. Aber auf der anderen Seite ist es natürlich auch so, dass die Spanier ihre Küsten zu betoniert haben um eben die zahlungskräftigen Touris zu sich zu holen.
    Un saludo, Markus

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    • #3
      Zitat von Generation111 Beitrag anzeigen
      Aber auf der anderen Seite ist es natürlich auch so, dass die Spanier ihre Küsten zu betoniert haben um eben die zahlungskräftigen Touris zu sich zu holen.
      ... und TUI und Konsorten haben dieses Angebot völlig uneigennützig angenommen. Was glaubst du wer dort investiert hat und wohin der Löwenanteil der Gewinne geht?

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      • #4
        Zitat von Gerrit Beitrag anzeigen
        ... und TUI und Konsorten haben dieses Angebot völlig uneigennützig angenommen. Was glaubst du wer dort investiert hat und wohin der Löwenanteil der Gewinne geht?
        Da waren die Spanier aber auch mit dabei.
        Un saludo, Markus

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        • #5
          Marcus, das ist richtig und bis Anfang der 70er ging es auch nicht anders. Für die Kanaren macht es übrigens keinen großen Unterschied, die großen Unternehmen sitzen auf dem Festland. Bei RIU ist die TUI übrigens mit 50% beteiligt. Was auf den Inseln bleibt, ist zugegebenermaßen das Geld, das vor Ort ausgegeben wird und es werden, leider sehr fragwürdige, Arbeitsplätze geschaffen.
          Vor Jahren hatte man mal angestrebt, die Wirtschaft der Kanaren auf drei Säulen zu stellen, Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus. Leider hat man dieses Ziel meilenweit verfehlt.
          Zuletzt geändert von Gerrit; 15.08.2017, 08:50.

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          • #6
            Gerrit, da gebe ich dir Recht. Wir haben es gerade auf Teneriffa erlebt. Wenn man in den Strandnahen Restaurants sieht, dass english Breakfast für 2,50€ und der halbe Liter Bier für 1€ angeboten wird, dann fragt man sich für wen da noch was abfallen soll. Den Arbeitsplatz des Gastwirtes, der so rechnen muss, möchte ich nicht haben. Aber sie bewerben ja jeden Touri, der vor dem Lokal vorbei läuft. Ok, ich bin jetzt von der Hotelbranche zur Futtergastro abgeschweift. Aber das dürfte ähnlich sein.
            Un saludo, Markus

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            • #7
              Ich denke in Sachen Tourismusmassen kann nur Weg eingeschlagen werden, dass mehr Geld im Land bleiben muss. In der Schweiz sind die Mieten und Lebenshaltungskosten auch höher wie sonst wo in Europa aber die Menschen verdienen dort auch mehr, so bleibt das Gleichgewicht bestehen, und Wohnraum etc. für die "Einheimischen" bezahlbar. Wie erreiche ich also, dass mehr Geld im Land bleibt? Da offensichtlich der Markt nicht dazu im Stande ist, das zu regeln, sollte sich der Staat entsprechende Maßnahmen einfallen lassen. Bekommen die Angestellten genug Lohn, wird die Umwelt nicht über Gebühr belastet und wird für die Belastung eine Komensation durchgeführt, wird ausreichend Wohnraum geschaffen, der nicht vermietet wird, wird bei Allincl. Angeboten festgelegt, dass die Leistungen dazu regional eingekauft werden müssen usw. stärkt das am Ende diejenigen die vor Ort leben.
              live long and prosper

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              • #8
                Wie der Staat "Schlüsselindustrien" reguliert, sieht man hier exemplarisch an dem Umgang mit Volkswagen.

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                • #9
                  Zitat von Generation111 Beitrag anzeigen
                  Das ist sicher verständlich insbesondere das Argument mit dem unbezahlbaren Wohnraum.
                  Völlig richtig, als ich gestern die Preise für normalen Wohnraum auf Teneriffa las und diesen mit der Bauqualität verglich war mir als Hausbesitzer (und Wohnungsvermieter) gar nicht bewusst wie sich die Preise in Deutschland entwickelt haben.
                  -
                  Ich habe seit 10 Jahren die Mieten nicht erhöht, auch weil ich die Wohnungen recht günstig erworben habe und auch so gut was überbleibt.
                  -
                  Wichtig wäre aber den Mietern klar zu machen, es muss für den Vermieter etwas überbleiben - denn die Kosten für Verwaltung, Rücklagen und Reparaturen trägt einzig und allein der Vermieter.
                  -
                  Wenn ich Forderungen höre: Wohnung ist ein Grundrecht, stelle ich immer wieder fest, es handelt sich nicht um die Leistungsträger der Gesellschaft die so was fordern.
                  -
                  Wenn allerdings, entgegen den Gesetzlichen Bestimmungen Wohnung zweckentfremdet werden, hilft nur hohe Geldstrafen.

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                  • #10
                    Zitat von Gerrit Beitrag anzeigen
                    ... und TUI und Konsorten haben dieses Angebot völlig uneigennützig angenommen. Was glaubst du wer dort investiert hat und wohin der Löwenanteil der Gewinne geht?
                    Auf jeden Fall nicht an die Reiseveranstalter. Nur mal zur Info, wie sich ein Reisepreis verteilt:

                    ca. 40% erhält das Hotel
                    ca. 40% erhält die Fluggesellschaft
                    ca. 5% erhält die Agentur im Zielgebiet (je nachdem, wer das Hotel an den Reiseveranstalter vermittelt)
                    ca. 7% erhält der Reisevermittler (also das Reisebüro online oder offline)
                    ca. 8% erhält der Reiseveranstalter (also TUI, Rewe etc.)

                    Natürlich ist es so, dass einige Reiseveranstalter auch eigene Hotels unterhalten und an diesen wird vollumfänglich verdient. Es ist allerdings ein Irrglaube, dass die Hotels vergleichsweise wenig an einer Pauschalreise verdienen...
                    -----

                    LG Alex

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von aboralex Beitrag anzeigen

                      Auf jeden Fall nicht an die Reiseveranstalter. Nur mal zur Info, wie sich ein Reisepreis verteilt:

                      ca. 40% erhält das Hotel
                      ca. 40% erhält die Fluggesellschaft
                      ca. 5% erhält die Agentur im Zielgebiet (je nachdem, wer das Hotel an den Reiseveranstalter vermittelt)
                      ca. 7% erhält der Reisevermittler (also das Reisebüro online oder offline)
                      ca. 8% erhält der Reiseveranstalter (also TUI, Rewe etc.)

                      Natürlich ist es so, dass einige Reiseveranstalter auch eigene Hotels unterhalten und an diesen wird vollumfänglich verdient. Es ist allerdings ein Irrglaube, dass die Hotels vergleichsweise wenig an einer Pauschalreise verdienen...
                      Reisevermittler erhalten zwischen 10 und 12%

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                      • #12
                        Zitat von Günter140747 Beitrag anzeigen

                        Reisevermittler erhalten zwischen 10 und 12%
                        Je nach vertraglicher Regelung - Holidaycheck erhält mit Sicherheit sogar ein wenig mehr - Klicks regieren die Welt :doh:

                        Trotzdem profitiert ein Reiseveranstalter nicht so umfangreich, wie von vielen angenommen.
                        -----

                        LG Alex

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                        • #13
                          Zitat von aboralex Beitrag anzeigen

                          Auf jeden Fall nicht an die Reiseveranstalter. Nur mal zur Info, wie sich ein Reisepreis verteilt:

                          ca. 40% erhält das Hotel
                          ca. 40% erhält die Fluggesellschaft
                          ca. 5% erhält die Agentur im Zielgebiet (je nachdem, wer das Hotel an den Reiseveranstalter vermittelt)
                          ca. 7% erhält der Reisevermittler (also das Reisebüro online oder offline)
                          ca. 8% erhält der Reiseveranstalter (also TUI, Rewe etc.)

                          Natürlich ist es so, dass einige Reiseveranstalter auch eigene Hotels unterhalten und an diesen wird vollumfänglich verdient. Es ist allerdings ein Irrglaube, dass die Hotels vergleichsweise wenig an einer Pauschalreise verdienen...
                          Beispiel TUI nach deiner Rechnung: Hotel 20%-40%, Flug 40%, Reiseveranstalter 8% = 68%-88%

                          PS: Im Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 erwirtschaftete der TUI Konzern einen Umsatz von 17,2 Milliarden Euro.
                          Quelle: https://de.statista.com/statistik/da...tz-der-tui-ag/

                          PPS: Ich habe nichts dagegen, dass Geld verdient wird, ich habe nur etwas gegen Verniedlichungen.
                          Zuletzt geändert von Gerrit; 15.08.2017, 10:59.

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                          • #14
                            Zitat von Gerrit Beitrag anzeigen

                            Beispiel TUI nach deiner Rechnung: Hotel 20%-40%, Flug 40%, Reiseveranstalter 8% = 68%-88%

                            PS: Im Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 erwirtschaftete der TUI Konzern einen Umsatz von 17,2 Milliarden Euro.
                            Quelle: https://de.statista.com/statistik/da...tz-der-tui-ag/

                            PPS: Ich habe nichts dagegen, dass Geld verdient wird, ich habe nur etwas gegen Verniedlichungen.
                            Es ist keine Verniedlichung, sondern die Realität. Denn im Vergleich zum kompletten Reiseangebot haben die Veranstalter relativ wenige eigene Hotelmarken.

                            Ich habe das gerade mal an deinem Beispiel der TUI kontrolliert. Die Suche nach Hotels auf Teneriffa ergibt 258 Hotels - 7 davon gehören zum Konzern. Damit 2,7 % der Hotels vor Ort.

                            Wenn man sich nun etwas weiter informiert, dass an vielen Standorten keinerlei Flüge mit TUIFly angeboten werden, stimmen unter dem Strich noch immer die 8%.



                            -----

                            LG Alex

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von aboralex Beitrag anzeigen

                              Je nach vertraglicher Regelung - Holidaycheck erhält mit Sicherheit sogar ein wenig mehr - Klicks regieren die Welt :doh:

                              Trotzdem profitiert ein Reiseveranstalter nicht so umfangreich, wie von vielen angenommen.
                              Ich bekomme als Affilinet bereits 5 - 7 % für Pauschalreisen, als Reisebüro gehts Du innerhalb von 6 Monaten in den Konkurs wenn Du davon leben willst.
                              Miete für Ladenlokal
                              Personalkosten
                              Gewinn
                              mit 10 % Vorabprovision und 2 - 3 % Umsatzprovision hast Du es schon schwer genug.
                              Zuletzt geändert von Günter140747; 15.08.2017, 15:18.

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